Ridlerstraße 55, 80339 München
089 - 7491 480
info@chp-steuern.de

Verbilligte Vermietung an Angehörige – Ergänzung

8. Januar 2020 – Max Mörtl
    None

    In Ergänzung zu unserem ArtikelVerbilligte Vermietung einer Wohnung an Angehörige vom 23.08.2018 möchten wir darauf hinweisen, dass die Grenze von 66 % der ortsüblichen Vergleichskaltmiete zzgl. der Betriebskosten, welche nicht unterschritten werden darf, ohne einen anteiligen Abzug der Werbungskosten für die Wohnung hinzunehmen, nicht von dem Jahr des Vermietungsbeginns abhängt


    Die ortsübliche Vergleichskaltmiete steigt ständig, insbesondere in den Ballungsräumen. Es muss daher darauf geachtet werden, dass auch die Miete für eine an Angehörige vermietete Wohnung regelmäßig soweit erhöht wird, dass sie die 66 %-Grenze nicht unterschreitet. 

    Dabei müssen auch die steigenden Betriebskosten der Wohnung beachtet werden, da diese in den 66 % enthalten sein müssen. Folgendes Beispiel soll der Veranschaulichung dienen:
    Der Vermieter vermietet eine Wohnung an seine Tochter. Die ortsübliche Miete beträgt 1.000,00 €. Die Betriebskosten belaufen sich auf 100,00 €. Die Tochter bezahlt eine Miete inkl. Betriebskosten von 750,00 €. 

     

    Richtig ist diese Berechnung:

     Ortsübliche MieteVereinbarte Miete
    Kaltmiete1.000,00 €650,00 €
    Betriebskosten100,00 €100,00 €
    Summe1.100,00 €750,00 €
    Prozentualer Anteil100 %68 %

     

    Würde man die Betriebskosten außer Acht lassen und lediglich auf die Kaltmiete abstellen, ergäbe
    sich folgende Berechnung:

     Ortsübliche MieteVereinbarte Miete
    Kaltmiete1.000,00 €650,00 €
       
    Summe1.000,00 €650,00 €
    Prozentualer Anteil100 %65 %


    Während der Vermieter bei der zweiten Berechnung bereits unter der Grenze läge und seine Werbungskosten dementsprechend anteilig gekürzt würden, befindet er sich bei der ersten Berechnung noch innerhalb des Rahmens für eine zulässige Vermietung an Angehörige und seine geltend gemachten Werbungskosten werden nicht gekürzt. Die Höhe der Betriebskosten kann daher
    maßgeblich für den Werbungskostenabzug sein.
     

    Abschließend weisen wir darauf hin, dass der Bundesrat in seiner Stellungnahme zum Gesetz zu weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften (BR-Drucksache 356/1/19 v. 10.09.2019) gefordert hat, die in § 21 Abs. 2 Einkommenssteuergesetz (EStG) vorgeschriebene Grenze von 66 % der ortsüblichen Marktmiete auf 50 % zu senken. Wir informieren Sie selbstverständlich, sobald das Gesetzgebungsverfahren zum Abschluss gekommen ist.

     

    Zurück zur Übersicht

    Comments

    13 Bewertungen
    5,0
    5,0 von 5 Sternen
    2 Bewertungen
    25 Bewertungen